Aufgrund der zahlreichen Unfälle mit Elektrogeräten, Maschinen und Anlagen wurde die wiederkehrende Elektroprüfung für alle gewerblichen Anwendungen verpflichtend. Das haben der Gesetzgeber, die deutschen Berufsgenossenschaften sowie die deutschen Unfallversicherungsgesellschaften einstimmig beschlossen. Darüber hinaus wurden die bereits bestehenden Regelwerke verbessert. Dazu zählen Normen, Verordnungen, Vorschriften, Richtlinien sowie Gesetze. Die Dachverbände haben ihren Namen geändert und so wurde darüber hinaus aus der Vorschrift BGV A3 die DGUV V3.

Die maßgeblichen Regelwerke

Die Regelwerke decken alle relevanten Bereiche und Aspekte der Prüfung ab. Dazu gehören die Technik, das Recht sowie die Sicherheitstechnik. Geprüft wird basierend auf

  • der DGUV V3 sowie V4 – die Prüfung ortsfester elektrischer Betriebsmittel sowie ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel
  • der VdS 3602 (Feuerschutzklausel der VdS Schadenverhütung GmbH)
  • dem ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz)
  • den VDE (Normen des Verbands der Elektrotechniker, Elektroniker und Informationstechniker)
  • den TRBS 1203 (technische Regeln für Betriebssicherheit) sowie
  • der BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung).

Die DGUV Vorschrift 3 stellt die Basisgrundlage für die wiederkehrenden Prüfungen nach der DGUV V3 dar. Der VDE ist der deutsche Verband der Elektrotechniker, Elektroniker und Informationstechniker. Die VdS Schadenverhütung GmbH ist hauptsächlich für den Brandschutz verantwortlich. Daher wird diese Prüfungsklausel auch Feuerschutzklausel genannt.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung läuft nach nachstehendem Schema ab. Die einzelnen Schritte müssen genau der Reihe nach befolgt werden:

  • Sichtkontrolle
  • Funktionskontrolle
  • Messung
  • Dokumentation.

Die visuelle Prüfung garantiert, dass es aufgrund von Dellen oder mangelnder Isolierung zu Unfällen kommt. Der Probelauf gewährleistet, dass das elektrische Betriebsmittel auch funktionstüchtig und sicher ist. Danach erfolgt die Messung unterschiedlicher Sicherheitsströme, Spannungen, Widerstände, etc. Überhitzungen sind oft der Grund für Kabelbrände. Während dieser Phase der Prüfung werden alle Maßnahmen, Mängel, Fristen, Werte, Abweichungen, etc. genau dokumentiert. Den Abschluss bildet die Unterschrift des Prüfers sowie das Anbringen der Prüfplakette am jeweiligen Betriebsmittel.

Elektroprüfung Geräte

Wie und von wem wird die Elektrorüfung vorgenommen?

Sowohl Prüfbetriebe als auch befähigte Personen des zu prüfenden Unternehmens sind berechtigt, die Prüfung durchzuführen. Beim Prüfbetrieb muss es sich entweder um einen zertifizierten Elektrofachbetrieb oder um einen reinen zertifizierten Prüfbetrieb handeln. Der Fachbetrieb führt neben der Prüftätigkeit nach der DGUV Vorschrift 3 noch andere Elektroarbeiten durch. Der Prüfbetrieb nimmt nur Prüfungen, wie die DGUV V3 Prüfung, vor.

Alle Prüfbetriebe müssen dafür Sorge tragen, dass das nach der DGUV V3 befähigte Personal in regelmäßigen Abständen entsprechende Weiterbildungen absolviert. Für die Prüfung müssen natürlich auch die dafür zugelassenen Mess- und Prüfgeräte verwendet werden. Diese müssen nach der DGUV Vorschrift 3 zertifiziert und kalibriert sein. Der Unterschied besteht darin, dass Messgeräte rein zur Messung dienen, während Prüfgeräte zum Messen und Vergleichen mit den Referenzwerten ausgelegt sind.

Ein Prüfbetrieb ist dazu ermächtigt, sowohl die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel als auch die VdS 3602 Prüfung (Feuerschutzklausel) durchzuführen. Nur wer bei der Schadenverhütung GmbH die Prüfung nach der VdS 3602 (Feuerschutzklausel) erfolgreich bestanden hat, darf auch Betriebe nach der Feuerschutzklausel prüfen. Dabei handelt es sich um einen unabhängigen Prüfer.

Aber auch alle anderen Prüfungen dürfen nur durch befähigtes, zertifiziertes Elektrofachpersonal nach der DGUV Vorschrift 3 abgenommen werden. Das betrifft natürlich auch die VdS Feuerschutzklausel. Die Prüfer sind weder dem Prüfbetrieb, hinsichtlich der DGUV V3 Prüfung, noch dem zu prüfenden Betrieb weisungsgebunden. Lässt ein Unternehmen alle Prüfungen aus einer Hand durchführen, werden sehr viel Zeit und hohe Kosten gespart.

Welche Voraussetzungen muss eine befähigte Person zur Durchführung der DGUV V3 Elektroprüfung mitbringen?

Nur ausgebildete Elektrofachkräfte, die zumindest über eine dementsprechende einjährige Berufspraxis verfügen, sind ermächtigt, diese Prüfungen abzunehmen. Darüber hinaus hat diese Fachkraft einen DGUV Vorschrift 3 Kurs erfolgreich absolviert und abgeschlossen. Dieser endet mit der Elektroprüfung und einem Diplom, das einer Zertifizierung gleichkommt. Befähigte Personen, die eine VdS Prüfung nach der Feuerschutzklausel durchführen, haben einen entsprechenden Kurs bei der VdS erfolgreich absolviert. Egal, um welche Prüfung es geht, jede befähigte Person hat regelmäßige Weiterbildungen und Schulungen im entsprechenden Bereich zu absolvieren, um auf dem letzten Stand zu bleiben. Darüber muss jederzeit ein Nachweis erbracht werden können.

Was geschieht im Falle einer Weigerung?

Eine Weigerung ist rechtswidrig, weil die gesetzliche Verpflichtung zur Prüfung elektrischer Betriebsmittel besteht. Diese kann als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden. Die DGUV V3 Prüfung garantiert die Sicherheit im Betrieb. Dadurch wird möglichen Schäden schon im Vorfeld vorgebeugt, sodass es zu keinen schweren Unfällen kommen kann. Darüber hinaus wird natürlich auch für die Sicherheit der Arbeitsplätze gesorgt. Die Elektrogeräteprüfung stellt sicher, dass keine Kabelbrände oder Kurzschlüsse unbemerkt entstehen können. Die DGUV V3 Prüfung erhöht die Langlebigkeit der Maschinen, Geräte und Anlagen und bringt eine hohe Kostenersparnis mit sich. Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel vermeidet kostenintensive Betriebsstillstände.

Was wären in diesem Fall die Konsequenzen?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einer Weigerung sowie einem Ignorieren der Aufforderung zur Mängelbeseitigung um eine Rechtswidrigkeit. Wer den E-Check bewusst verhindert, ist mehrfach strafbar. Die Konsequenzen nach der BetrSichV, der DGUV V3 sowie des Arbeitsschutzgesetzes sind beträchtlich. Kommt es zu Verletzten oder Toten (§ 25 Abs. 1 BetrSichV, § 26 Nr. 2 ArbSchG) kann es neben hohen Geldstrafen und der Betriebsschließung auch zu Freiheitsstrafen kommen.

Das Produktsicherheitsgesetz kommt im gewerblichen Bereich zum Tragen. Hierbei muss ebenfalls die Sicherheit gewährleistet sein (§ 40 des Produktsicherheitsgesetzes). Wird dieses verletzt, kommt dies einer strafbaren Handlung gleich. Der Verantwortliche wird natürlich schwerwiegende Konsequenzen zu erwarten haben. Diese Gesetze und Vorschriften gewährleisten den Schutz sowohl von Menschen als auch von Betriebsmitteln. Damit sind alle Personen gemeint, die sich im Unternehmen aufhalten, wie zum Beispiel Kunden, Botenfahrer, Fremdpersonal, etc.

Wann ist eine Elektroprüfung vorzunehmen?

Die DGUV Prüfung ist vor der ersten Inbetriebnahme durchzuführen. Die Hersteller sind verpflichtet, jedes Betriebsmittel vor Verlassen der Betriebsstätte zu prüfen und darüber einen Prüfbericht anzufertigen. Dieser kann als Basis herangezogen werden und ist oft Teil des Kaufvertrages. Liegt dieser nicht vor, muss das neue Betriebsmittel einer VDE Prüfung im Betrieb des Käufers vor der ersten Inbetriebnahme unterzogen werden. Die Gefährdungsbeurteilung stellt die Grundlage für jede weitere Prüfung dar. Diese Beurteilung beinhaltet auch die Umgebungseinflüsse und -umstände.

Büros unterliegen weniger Risiken. Deshalb erfolgt die Elektrogeräteprüfung für normale Büros alle zwei Jahre. Produktionsstätten und Werkstätten unterliegen einem weitaus höheren Gefahrenbereich. Der E-Check für diese gewerblichen Bereiche muss folglich jedes Jahr stattfinden. Elektrische Betriebsmittel auf Baustellen unterliegen häufigem Transport und ständigem Gebrauch. Daher hat die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel für Baustellen alle drei bis sechs Monate stattzufinden, da das Gefährdungspotential enorm ist. Geschehen trotz der regelmäßigen Elektroprüfung nach der DGUV Vorschrift 3 Unfälle, haben die Prüfungsintervalle verkürzt zu werden. Aber auch für den Fall, dass die Beanstandungen gar nicht oder nur mangelhaft behoben werden, müssen die Intervalle nach der DGUV Vorschrift 3 in kürzeren Abständen erfolgen.

Elektroprüfung defekt

Wer trägt die Verantwortung?

Diese trifft letztendlich immer den Betreiber oder Unternehmer. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass alle relevanten Regelwerke, wie zum Beispiel Gesetze, Normen, Vorschriften, etc. eingehalten werden. Darüber hinaus hat er seinen Verpflichtungen fristgerecht und ordnungsgemäß nachzukommen. Im Falle, dass er seine Verpflichtung an einen Prüfbetrieb abtritt, befreit ihn noch lange nicht von seiner Verantwortung. Der Unternehmer hat sich zu vergewissern, dass der Prüfbetrieb zur DGUV Prüfung bzw. VDE Prüfung berechtigt ist. Darüber hinaus hat er zu überprüfen, ob der Prüfservice die ihm übertragenen Aufgabe ordnungsgemäß erledigt hat.

Ist es möglich, die Elektroprüfung aufzuschieben?

Ein paar Tage kann die Prüfung nach der DGUV V3 verschoben werden. Die Gründe dafür müssen nachvollziehbar und wesentlich sein. Im Krankheitsfall, egal, ob seitens des Prüfers oder Unternehmers, ist eine qualifizierte und befähigte Vertretung zu entsenden. Das kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Die Prüfung nach der DGUV Vorschrift 3 umfangreicher und weitreichender ist und eine Führungskraft anwesend sein muss.

Wozu dient ein DGUV V3 Prüfprotokoll?

Die DGUV V3 Prüfung muss entsprechend festgehalten werden. Ein gerichtssicheres Prüfprotokoll stellt dies sicher. Das besagt, dass das Protokoll vor Gericht als Beweismittel gilt und vor Gericht Stand zu halten hat. Das beinhaltet aber auch, dass der Prüfer eine große Verantwortung zu tragen hat. Stimmen seine Angaben nicht, macht er sich strafbar. Das Protokoll hat Folgendes zu enthalten:

  • das Datum der momentanen Prüfung,
  • die Gerätebeschreibung und Bestandsnummer,
  • eventuelle gefundene Mängel, Schäden
  • Vorschläge und Fristen zur Behebung,
  • absichtliche Behinderungen während des Betriebs und der Elektroprüfung,
  • alle erhaltenen Messwerte sowie
  • das Datum der nächsten DGUV V3 Prüfung.

Zum Abschluss hat der Prüfer das Protokoll zu unterfertigen und die Prüfplakette am geprüften Betriebsmittel anzubringen.

Welche Vorteile ergeben sich durch das Protokoll bei der Elektroprüfung?

Er kann damit jederzeit stichhaltig beweisen, dass die Prüfungen fristgerecht und ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Darüber hinaus gibt der Prüfbericht Auskunft über Mängelbehebungen und die Einhaltung der diesbezüglichen Fristen. Basierend darauf erhöhen oder reduzieren die meisten Versicherungsgesellschaften ihre Prämienzahlungen. Die Prüfabstände können auf der Grundlage des Protokolls verringert werden.