Wie wir die komplexe Nachfolge zweier Gesellschafter mit unterschiedlichen Lebenszielen durch einen "Buy-and-Build"-Ansatz an einen Finanzinvestor lösten – inklusive Rückbeteiligung und Management-Buy-Out Elementen.
Ein etabliertes Systemhaus für Managed IT-Services (MSP) mit über 30 Mitarbeitern stand vor einer klassischen Pattsituation. Das Unternehmen, geführt von zwei Gründer-Gesellschaftern (jeweils 50 % Anteil), erwirtschaftete hochprofitable, wiederkehrende Service-Umsätze (ARR) im B2B-Umfeld.
Das Problem: Gesellschafter A (61 Jahre) musste sich aus gesundheitlichen Gründen zeitnah aus dem operativen Geschäft zurückziehen und wünschte einen vollständigen Exit. Gesellschafter B (48 Jahre) hingegen wollte weitere fünf Jahre im Unternehmen verbleiben und das starke regionale Wachstum weiter vorantreiben. Eine interne Übernahme der Anteile durch Gesellschafter B scheiterte am notwendigen Kapitalbedarf.
Die zentrale Herausforderung bestand darin, einen Käufer zu finden, der bereit war, 100 % der Anteile zu einem Premium-Multiple zu übernehmen, gleichzeitig aber eine maßgeschneiderte Struktur für das verbleibende Management zu schaffen.
Ein klassischer strategischer Käufer (Wettbewerber) hätte das Unternehmen oft komplett integriert und das Management ausgewechselt. Um den hohen Wert der wiederkehrenden Umsätze nicht zu gefährden, musste die Motivation von Gesellschafter B durch ein incentivierendes Modell (Earn-out oder Rückbeteiligung) aufrechterhalten werden.
Marc Langguth, Geschäftsführung Langguth Consulting
Aufgrund der Unternehmensgröße und der stabilen Ertragslage identifizierten wir Private-Equity-Gesellschaften (Finanzinvestoren) mit einer sogenannten "Buy-and-Build"-Strategie im IT-Sektor als ideale Zielgruppe.
IT-Investoren prüfen Verträge akribisch. Wir bereiteten das Unternehmen frühzeitig auf die Due Diligence vor, standardisierten Service-Level-Agreements (SLAs) und dokumentierten die wiederkehrenden Umsätze glasklar im Datenraum.
Über unser internationales Netzwerk sprachen wir verdeckt fünf handverlesene Private-Equity-Fonds an, die bereits eine IT-Plattform im Portfolio hatten und aktiv nach regionalen "Add-on"-Zukäufen (Zukäufe zur Markterweiterung) suchten.
Wir strukturierten einen Deal, bei dem der Käufer 100 % der Anteile erwirbt. Gesellschafter A konnte sofort "auscashen" und in den Ruhestand gehen. Gesellschafter B reinvestierte einen Teil seines Verkaufserlöses in die übergeordnete Holding des Käufers (Rückbeteiligung).
Innerhalb von nur sieben Monaten wurde die Transaktion erfolgreich abgeschlossen. Der Käufer, eine durch Private Equity gestützte, europaweit agierende IT-Gruppe, zahlte für das Systemhaus ein hohes EBITDA-Multiple, das deutlich über den Angeboten klassischer Wettbewerber lag.
Gesellschafter A konnte seine Nachfolge aus gesundheitlichen Gründen sofort antreten. Gesellschafter B bleibt als Geschäftsführer an Bord und profitiert durch seine Rückbeteiligung massiv vom künftigen Wachstum der gesamten IT-Gruppe (zweiter Exit/Second Bite of the Apple). Die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter wurden gesichert und neue Karriereperspektiven im Konzernverbund eröffnet.
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