Die Unternehmenslandschaft in Deutschland steht vor historischen Herausforderungen. Steigende Zinsen, volatile Lieferketten und eine schwankende Nachfrage bringen selbst etablierte Marktführer in Bedrängnis. Wenn Liquiditätsengpässe drohen oder die Margen schwinden, ist schnelles, aber besonnenes Handeln gefragt. Genau hier setzt unsere professionelle Restrukturierung Unternehmensberatung an: Wir verwalten nicht den Niedergang, sondern gestalten aktiv den Turnaround. Eine Krise ist oft der schmerzhafte, aber notwendige Katalysator für längst überfällige Veränderungen. Mit unserer Expertise verwandeln wir existenzbedrohende Risiken in strategische Chancen für eine nachhaltige Zukunft.

Inhaltsverzeichnis
ToggleWarum externe Restrukturierungskompetenz unverzichtbar ist
In Krisensituationen neigt das interne Management oft dazu, an bewährten Mustern festzuhalten, die in der Vergangenheit funktioniert haben, aber nicht mehr zur aktuellen Marktrealität passen. Dieser „Tunnelblick“ kann in einer dynamischen Abwärtsspirale fatal sein. Externe Restrukturierungsberater bringen nicht nur methodisches Fachwissen mit, sondern vor allem die nötige Objektivität und Unabhängigkeit. Wir sind nicht in interne Politik verstrickt und können unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen faktenbasiert durchsetzen. Unsere Aufgabe ist es, die Liquidität kurzfristig zu sichern und parallel das Geschäftsmodell langfristig tragfähig zu machen.
Objektive Analyse statt Betriebsblindheit
Der erste Schritt jeder erfolgreichen Sanierung ist die schonungslose Analyse der Ist-Situation. Oft werden Krisenursachen intern falsch attribuiert – etwa auf „schlechte Marktbedingungen“ geschoben, während operative Ineffizienzen oder veraltete Produktportfolios die wahren Treiber sind. Als externe Spezialisten durchleuchten wir Ihre Wertschöpfungskette, Ihre Kostenstruktur und Ihre Marktpositionierung ohne emotionale Bindung an „alte Zöpfe“.
Wir identifizieren versteckte Verlustbringer und ineffiziente Prozesse, die in guten Zeiten durch hohes Umsatzvolumen verdeckt wurden. Diese Klarheit ist die Basis für jedes Sanierungskonzept. Ohne eine valide Diagnose ist keine wirksame Therapie möglich. Unsere Analyse deckt Liquiditätslücken auf, bewertet die Verschuldungskapazität und prüft die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells unter Stressszenarien.
Vertrauen bei Finanzierern und Stakeholdern
Wenn ein Unternehmen in Schieflage gerät, schwindet das Vertrauen der Kapitalgeber (Banken, Investoren) und Lieferanten rapide. Ein von externen Experten erstelltes Sanierungsgutachten (oft nach IDW S6 Standard) ist in Deutschland die „Währung“, mit der Vertrauen zurückgekauft wird. Banken verlangen in der Regel die Einschätzung eines unabhängigen Dritten, bevor sie Stillhalteabkommen (Moratorien) unterzeichnen oder frisches Kapital („Fresh Money“) bereitstellen.
Wir fungieren als professionelles Bindeglied zwischen Ihrem Unternehmen und den Gläubigern. Durch unsere Reputation und die Einhaltung höchster Standards signalisieren wir den Finanzpartnern, dass die Situation ernst genommen und professionell gemanagt wird. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit signifikant, dass Kreditlinien verlängert oder Umschuldungen genehmigt werden. Wir sprechen die Sprache der Banken und wissen, welche Kennzahlen (Covenants) und Sicherheiten in Verhandlungen entscheidend sind.
Das IDW S6 Gutachten: Der Goldstandard der Sanierung
In Deutschland hat sich der Standard S6 des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) als maßgebliches Rahmenwerk für Sanierungskonzepte etabliert. Ein Gutachten nach IDW S6 ist weit mehr als eine einfache Bestandsaufnahme; es ist ein umfassender Prüfstein für die Sanierungsfähigkeit eines Unternehmens. Es beantwortet die zentrale Frage: Kann dieses Unternehmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fortgeführt werden und seine Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangen? Für Geschäftsführer ist dieses Gutachten zudem essenziell, um Haftungsrisiken (z.B. wegen Insolvenzverschleppung) zu minimieren.
Die zwei Stufen der Prüfung
Ein IDW S6 Gutachten gliedert sich in zwei wesentliche Phasen. Zunächst erfolgt die Prüfung der objektiven Sanierungsfähigkeit. Hierbei wird analysiert, ob das Unternehmen überhaupt noch zu retten ist oder ob eine Insolvenz unvermeidbar ist. Dazu gehört zwingend eine Fortbestehensprognose, die sicherstellt, dass für den aktuellen und den folgenden Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist. Ohne diese positive Prognose darf keine Sanierung „außerhalb“ eines Insolvenzverfahrens angestrebt werden.
Im zweiten Schritt wird die Sanierungswürdigkeit geprüft. Dies bedeutet, dass die Sanierung nicht nur machbar, sondern für die Eigentümer und Gläubiger auch wirtschaftlich sinnvoller sein muss als eine Liquidation. Wir erstellen hierfür detaillierte Planrechnungen (GuV, Bilanz, Liquidität) für die nächsten zwei bis drei Jahre, die die Effekte der geplanten Restrukturierungsmaßnahmen (z.B. Kostenkürzungen, Verkauf von Assets, Preiserhöhungen) quantifizieren.
Leitbild des sanierten Unternehmens
Ein Kernstück des IDW S6 ist die Definition des „Leitbilds des sanierten Unternehmens“. Es reicht nicht, nur Kosten zu senken; das Unternehmen muss wissen, wovon es in Zukunft leben wird. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine strategische Neuausrichtung. Das kann die Konzentration auf profitable Kernprodukte, die Erschließung neuer digitaler Vertriebskanäle oder der Rückzug aus unrentablen Auslandsmärkten sein.
Dieses strategische Leitbild dient als Nordstern für alle operativen Maßnahmen. Es überzeugt nicht nur Banken, sondern motiviert auch die Belegschaft, den harten Weg der Restrukturierung mitzugehen. Denn Restrukturierung bedeutet nicht nur Verzicht, sondern auch den Aufbruch zu neuer Stärke. Wir definieren klare Meilensteine (Milestones), an denen der Fortschritt der Sanierung gemessen wird.
Das StaRUG Verfahren: Sanierung ohne Insolvenz
Seit 2021 bietet der Gesetzgeber mit dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) ein revolutionäres Werkzeug an. Es ermöglicht Unternehmen, sich präventiv zu sanieren, ohne ein klassisches Insolvenzverfahren durchlaufen zu müssen. Dies ist besonders wertvoll, um das Stigma der Insolvenz zu vermeiden und die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten. Das StaRUG füllt die Lücke zwischen der freien, außergerichtlichen Sanierung (die oft an einzelnen blockierenden Gläubigern scheitert) und der gerichtlichen Insolvenz.
Der Restrukturierungsplan als Herzstück
Kern des StaRUG-Verfahrens ist der Restrukturierungsplan. Dieser ähnelt einem Insolvenzplan, wird aber vom Unternehmen in Eigenregie erstellt und dem Restrukturierungsgericht vorgelegt. Das Besondere: Der Plan kann auch gegen den Willen einzelner Gläubigergruppen durchgesetzt werden, wenn die Mehrheit (75% der Stimmrechte in jeder Gruppe) zustimmt. Dies nennt man „Cross-Class Cram-Down“. Akkordstörer, die früher eine Sanierung erpresserisch blockieren konnten, verlieren ihre Macht.
Wir unterstützen Sie bei der Ausarbeitung dieses komplexen juristischen und betriebswirtschaftlichen Plans. Wir verhandeln mit den Gläubigergruppen, klassifizieren die Forderungen und sorgen dafür, dass der Plan den gesetzlichen Anforderungen (insb. der Vergleichsrechnung) standhält. Das Ziel ist oft ein Schuldenschnitt (Haircut) oder eine Laufzeitverlängerung, die dem Unternehmen wieder Luft zum Atmen gibt.
Frühwarnsysteme und Zugangsvoraussetzungen
Der Zugang zum StaRUG steht nur Unternehmen offen, die „drohend zahlungsunfähig“ sind, aber noch nicht „zahlungsunfähig“ oder „überschuldet“. Das Timing ist also entscheidend. Wer zu lange wartet, verliert diese Option. Das Gesetz verpflichtet Geschäftsleiter zudem zur Implementierung von Krisenfrühwarnsystemen. Wer diese Warnsignale ignoriert und den rechtzeitigen StaRUG-Antrag verpasst, riskiert massive persönliche Haftung.
Unsere Beratung umfasst daher auch die Implementierung solcher Frühwarnsysteme (Rolling Forecasts, Liquiditätsradar). Wir überwachen permanent Ihre Kennzahlen, um sicherzustellen, dass Sie im Ernstfall sofort handlungsfähig sind und die Vorteile des präventiven Restrukturierungsrahmens nutzen können. Das StaRUG ist ein mächtiges Instrument, aber es erfordert exzellente Vorbereitung und professionelle Begleitung.
Vergleich der Sanierungswege
| Merkmal | Außergerichtliche Sanierung | StaRUG (Präventiv) | Regelinsolvenz / Eigenverwaltung |
|---|---|---|---|
| Zustimmung Gläubiger | 100% (Einstimmigkeit nötig) | 75% Mehrheit reicht (Cram-Down möglich) | Mehrheitsentscheid im Insolvenzplan |
| Öffentlichkeit | Diskret / Geheim | Weitgehend nicht öffentlich | Öffentliche Bekanntmachung |
| Eingriff in Verträge | Nur einvernehmlich | Beschränkt möglich (Finanzverbindl.) | Umfassend (z.B. Kündigung Dauerschuldverh.) |
| Reputation | Kein Schaden | Geringer Schaden | „Insolvenz-Stigma“ möglich |

Operative vs. Finanzielle Restrukturierung
Eine nachhaltige Sanierung steht immer auf zwei Säulen: der finanziellen Gesundheit und der operativen Leistungsfähigkeit. Viele Unternehmen konzentrieren sich in der Krise zu sehr auf die finanzielle Seite (Kredite, Zinsen), vernachlässigen aber die operativen Ursachen (Prozesse, Produkte). Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der beide Bereiche synchronisiert. Nur wenn die operative Basis saniert ist, macht eine finanzielle Neuaufstellung langfristig Sinn.
Finanzwirtschaftliche Maßnahmen (Financial Restructuring)
Die finanzielle Restrukturierung zielt darauf ab, die akute Zahlungsunfähigkeit abzuwenden und die Bilanzstruktur zu reparieren. Hierzu gehört das Management des Working Capital, um schnell Liquidität aus den eigenen Beständen und Forderungen zu generieren (Cash Release). Parallel verhandeln wir mit Banken über Stillhalteabkommen, den Verzicht auf Covenants oder Debt-Equity-Swaps, bei denen Schulden in Eigenkapital umgewandelt werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Suche nach neuen Investoren (Distressed M&A). Manchmal ist der Verkauf von Unternehmensteilen oder der Einstieg eines strategischen Partners die beste Lösung, um das Überleben des Kernunternehmens zu sichern. Wir begleiten diesen M&A-Prozess, erstellen die nötigen Unterlagen (Teaser, Info-Memo) und führen die Due Diligence so durch, dass der Wert des Unternehmens trotz Krise fair abgebildet wird.
Leistungswirtschaftliche Maßnahmen (Operational Restructuring)
Die operative Restrukturierung geht an die Substanz: Wie arbeiten wir effizienter? Wir analysieren Fertigungsprozesse, optimieren den Einkauf und straffen das Sortiment. Oft werden unrentable Produkte („Penner“) aus dem Portfolio gestrichen, um Komplexitätskosten zu senken. Auch personelle Anpassungen können notwendig sein, wobei wir stets versuchen, sozialverträgliche Lösungen zu finden und Schlüsselmitarbeiter (High Performer) unbedingt zu halten.
Ein oft unterschätzter Hebel ist der Vertrieb. In der Krise muss der Vertriebsmotor auf Hochtouren laufen. Wir überprüfen Preisstrategien und Vertriebskanäle. Können Preiserhöhungen durchgesetzt werden? Gibt es ungenutzte Cross-Selling-Potenziale? Die operative Sanierung muss sich schnell in der GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) durch ein verbessertes EBITDA bemerkbar machen, um das Vertrauen der Stakeholder zu rechtfertigen.
Kritische Erfolgsfaktoren für den Turnaround
Warum scheitern manche Restrukturierungen, während andere Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen? Unsere Erfahrung aus zahlreichen Mandaten zeigt, dass es selten an mangelndem Fachwissen liegt, sondern meist an „weichen“ Faktoren wie Führung, Geschwindigkeit und Kommunikation. Der Faktor Mensch ist in der Krise das schwächste und zugleich stärkste Glied der Kette.
Leadership und CRO-Management
Krise ist Chefsache, aber der Chef ist in der Krise oft überlastet. Das operative Tagesgeschäft muss weiterlaufen, während gleichzeitig komplexe Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Hier bewährt sich oft der Einsatz eines Chief Restructuring Officer (CRO). Wir stellen Ihnen erfahrene Interim-Manager zur Seite, die als CRO in die Geschäftsführung eintreten und die Restrukturierung mit voller Handlungsvollmacht exekutieren.
Der CRO nimmt den Druck von der bestehenden Geschäftsführung und fungiert als Blitzableiter für unangenehme Themen. Er kann unbefangen agieren und Entscheidungen treffen, die internen Managern aufgrund persönlicher Beziehungen schwerfallen würden. Klares Leadership bedeutet in der Krise: Schnelle Entscheidungen treffen, auch auf Basis unvollständiger Informationen, und diese konsequent umsetzen („Bias for Action“).
Kommunikation als Vertrauensanker
Nichts ist in einer Krise toxischer als Gerüchte. Wenn Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten nicht wissen, was passiert, ziehen sie sich zurück. Kunden stornieren Aufträge, Lieferanten verlangen Vorkasse, Top-Talente kündigen. Wir etablieren eine professionelle Stakeholder-Kommunikation. Das bedeutet: Regelmäßige, transparente und ehrliche Updates an alle Beteiligten.
Wir helfen Ihnen, das Narrativ der Krise zu kontrollieren. Es geht nicht darum, Probleme schönzureden, sondern einen klaren Plan zur Lösung aufzuzeigen. „Bad News are better than no News.“ Wenn die Bank sieht, dass Probleme proaktiv gemeldet werden, bevor die Kennzahlen rot blinken, bleibt das Vertrauen erhalten. Eine gelungene Kommunikation kann die Loyalität der Belegschaft in der Krise sogar stärken („Wir-Gefühl“).
Ihr Weg aus der Krise: Handeln Sie jetzt
Zeit ist in der Restrukturierung der kritischste Rohstoff. Mit jedem Tag, den Sie zögern, schwinden Liquidität und Handlungsspielräume. Die gesetzlichen Anforderungen (Insolvenzantragspflicht, StaRUG-Fristen) dulden keinen Aufschub. Warten Sie nicht auf das Wunder, sondern nehmen Sie das Heft des Handelns in die Hand.
Unsere Unternehmensberatung steht bereit, um mit Ihnen gemeinsam den Turnaround zu schaffen. Wir verbinden juristische Expertise, betriebswirtschaftliches Know-how und menschliches Einfühlungsvermögen zu einem ganzheitlichen Sanierungsansatz. Lassen Sie uns gemeinsam Ihr Unternehmen wetterfest für die Zukunft machen.